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Kooperatives Promotionskolleg Pro|Mat|Nat

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Vergleichende Erfassung des Wissenschaftsverständnisses und der epistemologischen Urteilsbildung von Biologie- bzw. Sachunterrichtslehrkräften in der Grundschule und Sekundarstufe


Das Forschungsvorhaben untersucht die Flexibilität der epistemischen Urteilsbildung von Lehrpersonen, die an verschiedenen Schultypen unterrichten (Grundschule, Gymnasium, Werkreal-/Haupt- und Realschule). Ferner wird die Veränderung der epistemischen Überzeugungen von Studierenden im Rahmen einer Intervention zum systemischen Denken erhoben.

Epistemische Überzeugungen von Lehrenden und Lernenden begründen deren Annahmen zur Natur von Wissen und zum Prozess des Wissenserwerbs. Zahlreiche Studien belegen, dass ausgereifte epistemische Überzeugungen oftmals mit angemesseneren Lernprozessen und besseren Lernergebnissen einhergehen. Der Stand der Forschung aus der fachdidaktischen und psychologischen Lehr-Lern-Forschung lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass epistemische Überzeugungen bedeutsame Prädiktoren und Lernziele in der schulischen und universitären Lehre darstellen (z.B. Schommer 1993; Schraw, Dunkle & Bendixen, 1995; Hofer & Pintrich, 1997; Mason & Boscolo, 2004; Trautwein & Lüdtke, 2007).

In den vergangen Jahren hat sich die Forschung in eine Richtung weiterentwickelt, die epistemische Überzeugungen stärker im fachspezifischen und auch soziokulturellen Kontext untersucht (z.B. Hammer & Elby, 2002; Buehl & Alexander, 2006). Ein neuer Ansatz Generative Nature of Epistemological Judgments (Bromme, Kienhues & Stahl, 2008; Stahl, 2011) liegt vor, der epistemische Urteile nicht nur fachspezifisch diskutiert, sondern die gesamte Genese epistemischer Urteile als flexibel und wenig stabil annimmt. Individuen greifen danach - je nach Kontext und Situation - auf ganz unterschiedliche kognitive Elemente zurück, um die jeweilige Situation zu beurteilen. In ein solches epistemisches Urteil können beispielsweise Fachwissen, persönliche Erfahrung, grundsätzliche ontologische Annahmen oder kontextuelle Bezüge einfließen, bzw. interagieren diese inhaltlichen Elemente dazu miteinander.

Erste empirische Prüfungen für diesen Rahmen liegen vor (z.B. Bromme, Kienhues & Stahl, 2008). Das oben genannte Forschungsvorhaben soll weiter dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Kramer, T. & Stahl, E. (2013). An illustration of conjoint analysis in educational research with measuring epistemological judgments. In: Kosov, W. & Huneke, H.-W. (Eds.), Actual problems of modern university education (S. 182-189). Almaty, Kasakhstan: Ulagat.
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Poster Teilprojekt A1

Betreuung:
Prof. Dr. Elmar Stahl
Prof. Dr. Elmar Stahl

Prof. Dr. Werner Rieß
Prof. Dr. Werner Rieß

Doktorand:
Tim Kramer
Tim Kramer